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Ferndampfleitung ENSO spart CO2 FÜR 13'000 Personenwagen
Biberist SO, 14. Jan. 2004 (pd) Am Mittwoch ist in Biberist der Spatenstich für die Ferndampfleitung des Energieverbunds Solothurn Ost erfolgt.

Vor neun Jahren hat die damalige Papierfabrik Biberist AG ihre Energiezentrale ausgegliedert und in die eigenständige Aktiengesellschaft EBAG AG umgewandelt. Sie ist zu 40 Prozent im Besitz der AEK, je 25 Prozent halten BKW und Atel sowie 10 Prozent die heutige M-real AG. Die EBAG produziert für die Papierproduktion jährlich rund 520 Mio. Kilowattstunden Prozessdampf für die Papiertrocknung und 150 Mio. Kilowattstunden Strom, der direkt ins Fabriknetz fliesst. Bis heute geschieht die Energieproduktion zu 96 Prozent mit Erdgas und 4 Prozent mit Heizöl extra leicht. Die EBAG beschäftigt zehn Mitarbeiter. Sanierungsbedarf führt zu Neubeurteilung Vor gut zwei Jahren zeichnete sich aus technischen sowie aus Gründen des Umweltschutzes eine durchgreifende Sanierung der Energieproduktion ab. Unter verschiedenen Varianten erschien den Verantwortlichen der künftige Wärmebezug von der Kehrichtverbrennungsanlage Emmenspitz AG in Zuchwil (KEBAG) aus Sicht der Umwelt vorteilhaft. Zumal im Jahr 2002 die KEBAG eine vierte Verbrennungslinie in Betrieb genommen hatte, was die ausreichende Lieferung von Energie für die Zukunft sicherstellt. AEK-Direktor Urs Böhlen führte am Mittwoch vor den Medien aus, dass der Ferndampf-Bezug ab KEBAG jährlich rund 300 Mio. Kilowattstunden fossile Energien ablöst, womit man 50'000 Tonnen CO2 sowie eine beträchtliche Menge an Stickoxyden vermeide. Für KEBAG steigt Gesamtwirkungsgrad auf 75 Prozent Hans Häfeli, Direktor der KEBAG AG, betonte vor den Medien, dass die Abgabe von Ferndampf die ohnehin schon hohe Energienutzung aus Kehricht von bisher rund 50 auf 75 Prozent erhöhen wird. Dies liegt weit über dem landesweiten Durchschnitt von 40 Prozent. Für die KEBAG ist die Produktion von Prozessdampf und Komfortwärme wichtiger als jene von Elektrizität. Auch vor diesem Hintergrund mache die Beteiligung am Energieverbund Solothurn Ost Sinn. Die Ferndampfleitung führt von der KEBAG AG in Zuchwil grösstenteils über den bestehenden Industriekanal der Emme und erfordert Investitionen von 16,5 Mio. Franken. Die AEK wird sich mit 9 Mio. und die KEBAG AG mit 7,5 Mio. Franken engagieren. M-real denkt ökologisch und ökonomisch Der Energiekunde M-real nennt als Motiv für die Partnerschaft den Beitrag an die CO2-Verringerung, die Notwendigkeit, dereinst das Kyoto-Protokoll zu erfüllen und die in Zukunft nicht auszuschliessende staatliche Energieabgabe. M-real-Generaldirektor Jürg Müller wies vor den Medien auch auf die Bedeutung des Vorhabens vor dem Hintergrund der geplanten Produktionserhöhung hin. Er erwarte von den Energielieferanten künftig konstante und mittelfristig sogar leicht sinkende Energiekosten für sein Unternehmen. 10 Prozent weniger CO2 im Industriebereich Positiv zum Vorhaben äusserte sich vor den Medien auch Markus Egli, Chef des Amtes für Umwelt des Kantons Solothurn. Die Einsparung von 50'000 Tonnen CO2 pro Jahr entsprechen einer Verringerung von rund 3 Prozent der CO2-Emissionen, die im Kanton Solothurn entstehen. Betrachte man den Bereich "Industrie und Gewerbe" separat, betrage die Reduktion sogar mehr als 10 Prozent. Markus Egli anerkannte, dass dieser Verbund hinsichtlich Klimaschutz mehr als nur regionalen Charakter habe; er sei als Umweltverantwortlicher des Kantons stolz auf die Leistung der Initianten. Als Vergleich zog Markus Egli den Fahrzeugverkehr heran: Die Ferndampfleitung vermeide die selbe Menge CO2, die 13'000 Autos emittieren.

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